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11.10.2010 | COPD versus Asthma

Alte Unterscheidungsmerkmale gelten zunehmend weniger

Jeweils 600.000 bis 700.000 Menschen leiden in Österreich an Asthma bzw. chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Ehemals wurde von der Medizin zwischen den beiden chronischen Leiden eine relativ strikte Trennlinie gezogen. Doch die weicht sich zunehmend auf – vor allem, was die Reversibilität bzw. Nicht-Reversibilität der Symptome als Merkmale angeht. Dies  erklärte Univ.-Prof. Dr. Claus Vogelmeier von der Universitätsklinik Marburg aus Anlass des Jahreskongresses der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie in Graz (7. bis 9. Oktober).

Reversibilität: Studien zeigen keine Trennlinie

„Es gibt eine Reihe von Studien mit gut definierten Patientengruppen, die an COPD litten, welche hinsichtlich der Reversibilität eine scharfe Trennlinie zum Asthma letztlich nicht mehr so richtig zeigten“, sagte Vogelmeier.

Ehemals wurde das chronische Asthma als eine klassische Atemwegserkrankung mit großen Schwankungen bei der auftretenden Verengung der Bronchien angesehen. Dem gegenüber wurde postuliert, dass dies bei der COPD nicht oder deutlich weniger der Fall wäre.

Vogelmeier: „Beim sogenannten Lyse-Test mit der Inhalation von einem oder mehreren Substanzen, welche die Bronchien erweitern sollen, wurde eine Zunahme des FEV1-Wertes (die Luft, die binnen einer Sekunde ausgeatmet werden kann, Anm.) um mindestens 200 Milliliter und eine Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert von zwölf oder mehr Prozent als Kriterium für Asthma gesehen.“ Blieben Patienten darunter, wurde eher von einer stabilen Obstruktion ausgegangen.

Nun zeigte sich aber, dass diese zahlenmäßige Trennlinie offenbar nicht mehr so wirklich aufrecht zu erhalten ist. Der Experte: „In einer Reihe Studien mit gut ausgewählten COPD-Patienten zeigte sich, dass bis zu 50 Prozent der Betroffenen ebenfalls eine Reversibilität der Obstruktion aufwiesen.“ An den reinen Zahlen sei also eine Unterscheidung bei der Diagnosestellung, die natürlich auch Konsequenzen für eine allfällige Therapie hat, nicht mehr festzumachen.

Deutliche Annäherung der Behandlungskonzepte

Prof. Vogelmeier: „Es ist eine ärztliche Leistung, hier den gesamten Menschen in die Abschätzung einfließen zu lassen.“  Die COPD tritt oft um das 60. Lebensjahr und vorzüglich bei Rauchern auf. Wenn da jemand keine Atopie bzw. keine Allergie aufweist, kann das in Richtung chronisch obstruktiver Lungenerkrankung deuten, auch wenn im Lyse-Test vielleicht eine größere Schwankungsbreite der Bronchienverengung dokumentiert wird.

In den vergangenen Jahren haben sich übrigens auch die Behandlungskonzepte für die beiden Erkrankungen – zumindest zum Teil – deutlich angenähert, auch was die jeweils verwendeten Medikamente betrifft. 
(Schluss)


Ev. Rückfragen:

Prof. Dr. Claus Vogelmeier, Univ.-Klinikum Marburg, Tel.: 0049-064215866451, eMail: claus.vogelmeier@med.uni-marburg.de

Monika Bannert, Dr. Bannert Public Relations, Tel. 0043-1-802 48 91, mobil: 0043-664-21 00 618, eMAil: m.bannert@dr.bannert-pr.at

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