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Pressemitteilungen
10.11.2010 | Aktuelle klinische Studie weist erstmals nach: Lungenkrebsmortalität durch gezielte Früherkennung mit Niedrigdosis-CT um 20% reduzierbar
Die soeben veröffentlichten Ergebnisse des National Lung Screening Trial (NLST), eine in den USA vom National Cancer Institut (NCI) mit mehr als 53.000 ausgewählten Probanden durchgeführte klinische Langzeitstudie an 33 Studienzentren der USA zeigt auf, dass durch frühzeitiges Erkennen eines Lungenkarzinoms durch Niedrigdosis-CT – diese CT-Technik weist mit rund 1,5 mSv Effektivdosis nur 25% der Strahlendosis einer Standard-Lungen-CT auf – die Todesrate um 20 Prozent reduziert werden kann. In Österreich könnten jährlich rund 740 Lungenkrebstote vermieden werden. Forderungen der ÖGP und ÖRG an die Politik
Hochrisikogruppe: Starke Raucher, zwischen 55 und 74 Jahre alt
Die in die randomisierte klinische Studie mit einbezogenen Probanden kamen aus der Hochrisiko-Population: 55 bis 74 Jahre alt, aktuelle oder frühere starke Raucher mit einem Tabakrauchkonsum von täglich zumindest einer Zigarettenpackung über 30 Jahre hindurch oder täglich 2 Zigarettenpackungen während 15 Jahre.
Früherkennung mit Low-Dose-CT und konventionellem Lungenröntgen
Um Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen, wurden in 33 Forschungszentren der USA 53.000 ausgewählte Probanden auf Lungenkrebs untersucht. Zum Nachweis des Lungentumors wurden 2 radiologische Techniken eingesetzt: Niedrigdosis-Spiral-CT und das konventionelle Lungenröntgen. Die Hälfte der Probanden wurde mit Niedrigdosis-CT untersucht. "Diese CT-Technik weist mit rund 1,5 mSv Effektivdosis nur 25% der Strahlendosis einer Standard-Lungen-CT auf, ihr breiter Einsatz ist daher für Probanden deutlich weniger belastend", betont der neue Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG), Univ.-Prof. Dr. Dimiter Tscholakoff, Vorstand des Zentralröntgeninstituts in der Krankenanstalt Rudolfstiftung der Stadt Wien.
Niedrigdosis-CT: Reduzierung der Sterblichkeit um 20%
Hoffnung für Lungenkrebs-Betroffene: In der Probanden-Gruppe, die mit Niedrigdosis-CT untersucht wurden, war die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 20% niedriger als in der Kontrollgruppe mit konventionellem Lungenröntgen. "Dieses Ergebnis hat uns zwar nicht überrascht, weil schon länger die Bedeutung der "Frühdiagnose" bei Lungenkrebs für die Sterblichkeit vermutet wurde; nunmehr wurde dies in einer klinischen Langzeitstudie mit hohen Patientenzahlen erstmals auch klar nachgewiesen. Dies muss Auswirkungen auf die Methode der Früherkennung haben", betont Univ.-Prof. Dr. Otto Burghuber, Past President der Österreichschen Gesellschaft für Pneumologie und Vorstand der 1. Lungenabteilung am Otto Wagner Spital in Wien.
Klar nachgewiesen wurde auch, so Univ.-Prof. Dr. Gerhard Mostbeck, Leiter der ÖRG-Ausbildungsakademie und Vorstand der Institute für Radiologie am Wilhelminenspital und am Otto Wagner Spital der Stadt Wien, "die Bedeutung der CT-Untersuchung für die Früherkennung des Lungenkrebs. Nunmehr ein Faktum, das dringenden Handlungsbedarf für die Gesundheitspolitik mit sich bringt. Denn mit der Niedrigdosis-CT ist ein Lungenkarzinom zu einem deutlich früheren Zeitpunkt zu erkennen als beim herkömmlichen Lungenröntgen. Und damit ist die Überlebenschance höher."
Österreich: Jährlich rund 740 weniger Lungenkrebs-Tote
Für Österreich bedeutet die nunmehr wissenschaftlich nachgewiesene Reduktion der Lungenkrebssterberate um 20% durch den Einsatz von Niedrigdosis-CT bei der Früherkennung, dass jährlich rund 740 Menschen (20% in der Hochrisikogruppe) weniger an Lungenkrebs versterben. "Dem kann die Gesundheitspolitik nicht tatenlos zusehen“, so unisono Tscholakoff, Mostbeck und Burghuber.
ÖGP und ÖRG fordern von der Politik:
- Lungenkrebs-Vorsorgeaktion nach Vorbild des National Lung Screening Trial (NLST),
- Einsatz von Niedrigdosis-CT in der Früherkennung von Lungenkrebs bei Risikopersonen,
- Finanzierung durch Zweckwidmung der Tabaksteuer oder zumindest der im Sparbudget vorgesehenen höheren Tabaksteuereinnahmen für diese Vorsorgeaktion in der Hochrisiko-Gruppe. Das sind starke Raucherinnen und Raucher im Alter von 55 bis 74 Jahren.
Ev. Rückfragen:
Univ.-Prof. Dr. Otto Burghuber, Past President der ÖGP, Vorstand der 1. Lungenabteilung am Otto Wagner Spital, Wien, Tel.: 01/910 60-41007, mobil: 0676/971 44 20, eMail: otto.burghuber@wienkav.at
Univ.-Prof. Dr. Dimiter Tscholakoff, ÖRG-Präsident, Vorstand des Zentralröntgeninstituts der Krankenanstalt der Stadt Wien RudolfstiftungTel. 01-71165-3101 oder 3107, eMail: dimiter.tscholakoff@wienkav.at
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Mostbeck, Leiter der ÖRG Ausbildungsakademie und Vorstand der Institute für Radiologie am Wilhelminenspital und Otto Wagner Spital der Stadt Wien, Tel. 01-49150-3108, eMail: gerhard.mostbeck@wienkav.at
Dr. Monika Bannert, Dr. Bannert Public Relations, Tel: 0664/21 00 618, eMail: m.bannert@dr.bannert-pr.at
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