ViennAir – frischer Wind im Zukunftsfach Pneumologie

43. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP)
vom 10. bis 12. Oktober in Wien

In Zukunft werden zunehmend mehr Menschen an Lungenerkrankungen in Österreich leiden. Drei wichtige Gründe dafür sind die immer noch hohe Raucherrate in Österreich (diese zählt zu den höchsten in Europa), veränderte Umwelteinflüsse, unter anderem bedingt durch den Klimawandel (dies bedingt eine Zunahme an Allergien und somit auch des Asthma bronchiale), und die demografische Entwicklung: Immer mehr Menschen erreichen ein höheres Alter und sind somit anfälliger für Lungenerkrankungen. Daher werden auch zunehmend mehr Lungenfachärzte* benötigt, um für die Anforderungen der Zukunft gewappnet zu sein und die steigende Zahl an Patienten bestmöglich versorgen zu können.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die unter dem Titel „ViennAir – frischer Wind im Zukunftsfach Pneumologie“ vom 10. bis 12. Oktober in Wien stattfindet, wird daher auf der Entwicklung von zukunftsgerechten Behandlungskonzepten für Lungenerkrankungen liegen. Weitere Schwerpunkte: Überlegungen zur Einführung eines Lungenkrebs-Screenings in Österreich und die rasante Entwicklung in der Behandlung von Lungenkrebs. Selbstverständlich kommen auch „klassische“ Kernthemen wie COPD und Asthma nicht zu kurz. Besonderes Augenmerk gilt beim österreichischen Lungenfachärzte-Kongress auch der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit im Sinne einer optimierten Therapie und Betreuung der Patienten.

Als „frischen Wind“ lassen sich wohl zu Recht die jüngsten Entwicklungen im Bereich neuer Behandlungsoptionen in der Lungenheilkunde bezeichnen. ÖGP- und Tagungs-Präsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk stellt diesbezüglich fest: „Auf kaum einem anderen medizinischen Gebiet hat sich in den vergangenen Jahren so viel getan und sind die Fortschritte bei der Behandlung so groß wie in der Pneumologie. Vor allem bei der Behandlung von Lungenkrebs haben neu entwickelte Substanzen gänzlich neue Perspektiven eröffnet“. Der aktuelle Stand der therapeutischen Optionen wird auf der ÖGP-Jahrestagung vorgestellt und diskutiert.

Lungenkrebs-Screening für Österreich?

Nach Präsentation der Ergebnisse einer großen europäischen Studie (NELSON-Trial[1]) im Vorjahr sowie der früheren Publikation einer US-amerikanischer Studie (NLST[2]) wurde von Seiten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie gemeinsam mit der Österreichischen Röntgengesellschaft eine Task Force für die Entwicklung eines möglichen Screening-Programms für Österreich ins Leben gerufen. Beide Studien zeigen, dass ein Computertomografie (CT)-Screening bei Hochrisiko-Patienten das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, signifikant senken kann. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird im Rahmen der Tagung diskutiert und analysiert, wie ein derartiges Lungenkrebs-Screening in Österreich konzipiert sein müsste, um möglichst viele Patienten davon profitieren zu lassen.

Pneumologie immer wichtiger

Univ.-Prof. Schenk: „Wir haben auch in diesem Jahr eine ganze Reihe hochkarätiger nationaler und internationaler Experten als Referenten gewinnen können. Dieser Informations- und Gedankenaustausch unter Einbeziehung internationaler Top-Experten im Rahmen unserer Jahrestagung ist uns ein wichtiges Anliegen.“ Wie wichtig das Thema Vernetzung und Zusammenarbeit ist, betont ebenfalls ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht: „Die Prognosen der WHO legen nahe, dass wir uns in Zukunft großen Herausforderungen stellen müssen: Aufgrund von Umwelteinflüssen, der Bevölkerungsentwicklung und anderer Faktoren werden auch bei uns immer mehr Menschen an Lungenerkrankungen leiden. Der Stellenwert der Pneumologie wird daher auch weiter steigen. In diesem Zusammenhang sehen wir auch eine wachsende Bedeutung der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Bereichen, angefangen bei Chirurgie, Radiologie über Physiotherapie bis hin zum Pflegebereich.“

Interdisziplinärer und interprofessioneller Kongress

Die mittlerweile 43. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie findet vom 10. bis 12. Oktober 2019 in der Reed Messe Wien statt und wird zum dritten Mal fächerübergreifend im Sinne des interdisziplinären Austausches in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (ÖGTC) durchgeführt.

„Ein besonderes Anliegen ist uns eine enge Kooperation mit der ERS, der Europäischen Lungengesellschaft, deren Präsident und Past-Präsident an unserem Kongress teilnehmen werden. Insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die European Respiratory Society ihren Kongress, bei dem ca. 22.000 Teilnehmer erwartet werden, 2020 in Wien abhalten wird“, so Schenk.

Die Jahrestagung ist, wie ebenfalls bereits Tradition, auch interprofessionell ausgelegt: Es gibt auch in diesem Jahr wieder Workshops, Kurse und Hands-on Module, um die praktischen Fähigkeiten zu schulen und aufzufrischen. Eine interaktive Session (COPD Expert Talk), bei der die Teilnehmer Fragen an die internationalen Experten am Podium stellen, ergänzt das vielfältige Tagungsprogramm. Ebenso gibt es im Rahmen des Kongresses unter dem Titel Pneumologie Kompakt eine spezielle Fortbildungsreihe für Allgemeinmediziner, Ärzte in Ausbildung und Medizinstudenten. Für Medizinstudenten ist die Teilnahme am Kongress kostenlos. 

Infos und Anmeldung für Ärztinnen und Ärzte:
www.ogp-kongress.at
Tel.: +43 1 58804 – 172

Teilnahme für Journalisten (kostenfrei) – Anmeldung unter:
barbara.urban@medical-media-consulting.at oder harald.schenk@medical-media-consulting.at

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.

Rückfragen Presse

Urban & Schenk medical media consulting
Barbara Urban: +43 664/41 69 4 59, barbara.urban@medical-media-consulting.at
Mag. Harald Schenk: +43 664/160 75 99, harald.schenk@medical-media-consulting.at

 

[1] De Koning H, Van Der Aalst C, Ten Haaf K, et al: Effects of volume CT lung cancer screening: Mortality results of the NELSON randomized-controlled population based trial. 2018 World Conference on Lung Cancer. Abstract PL02.05. Presented September 25, 2018.
[2] National Lung Screening Trial Research T, Aberle DR, Adams AM, et al. reduced lung-cancer mortality with low-dose computed tomographic screening. The New England journal of medicine. Aug 4 2011;365(5):395-409

ÖGP Patient Charity Care zur Verbesserung der Lebensqualität

ÖGP PATIENT CHARITY CARE ist ein Projekt, das von Prim. Ass.Prof. Dr. Sylvia Hartl zur Verbesserung der Lebensqualität von Patient/innen mit Langzeitbeatmung ins Leben gerufen wurde und auf Initiative von Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) seit 2018 wieder umgesetzt wird.

Der Preis soll zu Anschaffungen oder Dienstleistungen beitragen, die durch eine Kranken- oder Pensionsversicherung nicht gedeckt sind.

Dies betrifft zum Beispiel:

  • Computerbehelfe (z.B. Sprachsteuerungen) für tracheotomierte Patient/innen
  • Urlaub mit einer Pflegeperson, etc.
  • Pflegegerechte Umbauten im Wohnbereich

Die Höhe der Unterstützung beläuft sich auf EUR 5.000,-.

Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge, die Patient/innen mit besonderem Pflegeanspruch zugutekommen.

Die Bewerbungsunterlagen sollen neben Ihren persönlichen Daten eine Kurzfassung der Krankengeschichte des Begünstigten, eine Beschreibung der Anschaffung/ Dienstleistung sowie eine Begründung des Unterstützungsantrags enthalten.
Einsendeschluss ist der 30. September 2019.

Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch unsere Fachjury. Die Preisverleihung findet am Gesellschaftsabend der ÖGP Jahrestagung am Freitag, 11. Oktober 2019 in Wien statt.

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung an:

Österreichische Gesellschaft für Pneumologie
c/o Mondial Congress & Events
Operngasse 20B, 1040 Wien
E-Mail: ogp@mondial-congress.com

Mit freundlicher Unterstützung von Linde Healthcare und Vivisol

Ausschreibung zum Download (PDF)

ViennAir – frischer Wind im Zukunftsfach Pneumologie

43. Jahrestagung der ÖGP & 3. Jahrestagung der OGTC

Die heurige 43. Jahrestagung der ÖGP findet von 10. bis 12. Oktober in Wien statt und es wird auch dieses Jahr wieder ein attraktives Programm geboten, das für alle Teilnehmer interessante Inhalte bietet – für die Spitalsärzte und -ärztinnen, die niedergelassene Kollegenschaft sowie für die Berufsgruppen der Pflege und der Atemphysiotherapie. Gerne können auch Sie sich mit einer Abstracteinreichung aktiv am Tagungsprogramm beteiligen. Abstracts werden noch bis 9. Juli angenommen und alle EinreicherInnen unter 35 Jahren, deren Beiträge akzeptiert werden, erhalten eine freie Kongressregistratur sowie die Chance auf einen ÖGP Poster-Preis.

Das Programm ist besonders interdisziplinär und interprofessionell ausgerichtet – eine gute Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und Berufsgruppen wird immer wichtiger im klinischen Alltag zum Wohl unserer PatientInnen. Hands-on Kurse zu den Themen Thoraxdrainagen, Bodyplethysmographie, Thoraxsonographie, Antibiotic Stewardship, schwierige Intubation und Beatmungstechniken sind organisiert.

Unter den ReferentInnen und Vorsitzenden der diesjährigen Tagung sind viele nationale und internationale ExpertInnen, unter anderem der Präsident der ERS, Prof. Thierry Troosters und ihr Past-Präsident, Prof. Tobias Welte.

Der Kongress wird auch zum dritten Mal gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie organisiert und es werden mehrere gemeinsame Sitzungen durchgeführt: Vom Screening, dem interdisziplinären Tumorboard, der Oligometastasierung, dem mediastinalen Lymphknotenstaging beim Lungenkrebs, dem Pleuraempyem, der Lungentransplantation, der präoperativen Vorbereitung bis zur Navigationsbronchoskopie.

Am Freitag findet wieder die Pneumologie-Kompakt Reihe speziell für AllgemeinmedizinerInnen, Ärzte und Ärztinnen in Ausbildung sowie Studierende statt. Letztere können wie immer gratis teilnehmen – erstmals auch Studierende der Fachhochschulen für Pflege und Physiotherapie.

Alle Informationen zum Kongress finden Sie auf der Tagungshomepage.

Bis 20. August profitieren Sie übrigens noch von den reduzierten Frühbuchergebühren!
zur Anmeldung…

ERS factsheet on air pollution

Die European Respiratory Society hat vor kurzem ein Factsheet veröffentlicht, in dem einige Mythen und Missverständnisse zu Luftverschmutzung und ihren gesundheitlichen Auswirkungen behandelt werden.
Am ERS Congress 2019 findet zu diesem Thema auch eine eigene Session statt: “Is your patient dying from air pollution” (1.Okt., 14:45-16:45, Madrid).

zum Factsheet (PDF)

Nachbericht 4. Pneumo Pflegetag

10. Mai 2019
Salzburg

Zum 4. Mal veranstaltete die Arbeitsgruppe „Pneumologische Pflege“ der ÖGP den Pneumo-Pflegetag. Mehr als 140 Personen von Wien bis Vorarlberg kamen in die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg – ein neuer Teilnehmerrekord seit Bestehen.

Das Programm umfasste in hervorragendem Ambiente ein breites Spektrum an Fragestellungen aus der pneumologischen Pflege:

Neben detaillierten Ausführungen zu Themen wie der Inhalationstherapie als Indikator des Selbstmanagements von COPD Patienten oder der Nicht Invasiven Beatmung wurde auch heuer wieder auf eine praktische Umsetzung der dargebotenen Theorie geachtet.

Die Thoraxdrainagen wurden aus drei Perspektiven beleuchtet: Indikationen aus Sicht der Pneumologie, Auswahl und Anlage aus Sicht der Thoraxchirurgie sowie richtiger Umgang und pflegerische Versorgung aus Sicht der pneumologischen Fachpflege. Hier wurde ein weiter Bogen gefasst von medizinischen Grundlagen bis zu praktischen Hinweisen, damit diese Therapieform erfolgversprechend eingesetzt werden kann. Gerade die interprofessionelle Darstellung ermöglichte eine umfassende Darstellung, worauf bei Thoraxdrainagen zu achten ist.

Ähnlich wurde die nasale Highflow – Therapie mittels Airvo präsentiert, wo ebenfalls neben medizinischen Grundlagen die pflegerische Versorgung im Mittelpunkt stand. Durch die interprofessionelle Präsentation konnte klar die Wichtigkeit der guten Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen bei der Indikation und Anwendung dieser Therapieform dargestellt werden.

Der 4. Pneumo-Pflegetag wurde zum ersten Mal in Kooperation mit der AHOP – der Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich – durchgeführt. Dadurch wurden onkologische Themen wie orale Zytostatika und die Herausforderungen vor allem im Nebenwirkungsmanagement, aber auch Möglichkeiten der Etablierung einer guten Palliativkultur im stationären Alltag sehr gut dargestellt. Als weitere Berufsgruppe neben der ärztlichen und pflegerischen wurde auch seitens der Diätologie interessant und praxisnah präsentiert, welchen Einfluss die Ernährung bei schwerkranken Patienten hat und wie diese gefördert werden kann.

Die Einführung der Berufsgruppe der Pflegefachassistenz in Krankenanstalten wurde erörtert, weil dieses Thema häuserübergreifend einen Effekt auf die Aufteilung der anfallenden Tätigkeiten auf verschiedene Berufsgruppen hat. Dabei wurde ein Modell eines Krankenanstaltenverbunds vorgestellt, das einen strukturierten Projektplan und intensivste Erfahrungen bei der Implementierung vorweisen kann.

In der begleitenden Ausstellung gab es Gelegenheit, sich über Produkte einzelner Firmen im Themenfeld von Lungenerkrankungen zu informieren. Vor allem die in den Vorträgen erwähnten Therapieformen wurden nochmals praktisch reflektiert und sorgten dafür, dass die Pausen für weiteren Informationszuwachs und -austausch genützt werden konnten.

Abschließend nützten Teilnehmer/innen und Vortragende den gemütlichen Ausklang, um sich über ihren beruflichen Alltag auszutauschen, aber auch einige persönliche Worte zu wechseln.

Wir danken den Vortragenden und Sponsoren und laden Sie bereits jetzt zum 5. Pneumo Pflegetag ein. Das Datum und der Veranstaltungsort werden so bald wie möglich unter www.ogp.at/events bekannt gegeben.

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Der Rauch verzieht sich – noch – nicht: Anteil der Raucher/innen in Österreich seit Jahrzehnten unverändert hoch!

Lungenfachärzte hoffen auf neue Chance für Rauchverbot in der Gastronomie

zum Weltnichtrauchertag 31. Mai

Seit Beginn der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts konnte in vielen europäischen Ländern der Anteil der rauchenden Bevölkerung mittels gezielter Maßnahmen zur Tabakprävention massiv reduziert werden. Nicht so in Österreich. Denn in puncto Raucherprävention liegt Österreich im europaweiten Vergleich unter 35 Ländern auf dem unrühmlichen letzten Platz. Kein Wunder also, dass in Österreich seit dem Jahr 1975[1] keinerlei Rückgang der Raucher zu verzeichnen ist. Nach wie vor greift hierzulande im Schnitt jeder Vierte täglich zur Zigarette und schädigt damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umgebung durch Passivrauch. Es ist also dringend an der Zeit, Maßnahmen zu setzen: Österreichs Lungenfachärzte (ÖGP) fordern anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai, das Anliegen des „Don´t smoke Volksbegehrens für den NichtraucherInnenschutz“ ernst zu nehmen und den bisherigen politischen Kurs zu korrigieren. Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie und weitere aktive Maßnahmen zur Raucherprävention sollten umgehend umgesetzt werden.

Mehr geraucht als in Österreich wird innerhalb der Europäischen Union nur in Ungarn (25,8%) und Griechenland (27,3%). Entgegen einem deutlichen Trend in vielen anderen europäischen Ländern (Schweden 10,9%, Finnland 15%, Luxemburg 16% Raucheranteil[2]) sinkt in Österreich die Zahl der Menschen, die täglich zur Zigarette greifen, nicht. So sind laut eines OECD-Berichts[3] die Raucherquoten innerhalb der EU im Zeitraum 2000 bis 2015 im Durchschnitt um 16% zurückgegangen, in Österreich ist jedoch der Anteil der rauchenden Menschen konstant geblieben. Oder anders formuliert: Während im OECD-Durchschnitt „nur“ 18,4 Prozent der Bevölkerung täglich zur Zigarette greifen, sind es in Österreich 24,3%, also rund um ein Drittel mehr.3 Österreich ist somit auf dem Stand vom Jahr 2000 stehen geblieben, als OECD-weit noch rund 25% der Bevölkerung rauchten: Damals wie heute greift in Österreich rund jeder Vierte täglich zum Glimmstängel. ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht: „Die Entwicklungen in vielen europäischen Ländern zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, auf das Rauchverhalten der Bevölkerung und damit auf die Erhaltung von Gesundheit Einfluss zu nehmen. Wir fordern daher von der Politik die ehestmögliche Umsetzung eines generellen Rauchverbotes in der Gastronomie!“

Anteil der Raucher kann durch geeignete Maßnahmen radikal gesenkt werden

Am erfolgreichsten gelang es in Norwegen, den Anteil der Raucher in der Gesamtbevölkerung zu senken – von 32% im Jahr 2000 auf 13% im Jahr 2014. Starke Rückgänge waren auch in Dänemark (von 30% auf 17% im Jahr 2014), Irland (von 33% auf 19% im Jahr 2015) und Luxemburg (26% bis 15% im Jahr 2014) zu verzeichnen.2

Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP): „Diese bemerkenswerten Fortschritte bei der Reduzierung des Tabakkonsums wurden in diesen Ländern durch eine Mischung aus Sensibilisierungskampagnen, Vorschriften und Steuern erzielt. Bloß in Österreich wurden viel zu wenige entsprechende Maßnahmen zur Raucherprävention gesetzt oder sogar kontraproduktive Schritte wie das Kippen des bereits beschlossenen Rauchverbots in der Gastronomie. Die neue Regierung sollte dies umgehend ändern!“

Österreich in Sachen Raucherprävention europaweit Schlusslicht

Wie abgeschlagen Österreich in Sachen Raucherprävention dasteht, zeigt der Tobacco Control Scale[4], eine internationale Studie, in der die Maßnahmen, die in 35 europäischen Ländern staatlicherseits zur Tabakkontrolle getroffen wurden, bewertet werden. Zu den Kriterien zählen steuerpolitische Maßnahmen, Rauchverbote im öffentlichen Raum, Information und Aufklärung zum Thema Rauchen etc. Österreich landete hier auf dem letzten Platz.

ÖGP fordert Maßnahmenbündel zur Raucherprävention

Aktive Schritte zur Raucherprävention tun also Not und die Lungenfachärzte fordern eine ganze Reihe gezielter Maßnahmen: „Es gibt ausreichend Erfahrungswerte für ein Bündel erfolgversprechender Strategien aus vergleichbaren Ländern“, so Schenk. „Dazu zählen eine Erhöhung der Tabaksteuer, ausnahmslos rauchfreie Schulen, Arbeitsplätze, Geschäfte, Spitäler und Gesundheitseinrichtungen, ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen und das Verbot von Zigarettenautomaten und jeder Außenwerbung für Tabakprodukte und verwandte Erzeugnisse.“

Lamprecht betont die Bedeutung der Signal- und Vorbildwirkung, die viele dieser Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche haben: „Die weitaus meisten Menschen beginnen in ihrer Jugend zu rauchen. Wenn auf Spielplätzen, in Schulen, am Arbeitsplatz, in Geschäften und vor allem in der Gastronomie nicht mehr geraucht wird, dann ist schon viel gewonnen – dann entfällt die so fatale Vorbildwirkung und viele Jugendliche fangen erst gar nicht mit dem Rauchen an!“

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.

Kontakt

(c) MSM guenther boeck

Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Leiter der Abteilung für Pneumologie am Landesklinikum Hochegg
Hocheggerstraße 88
2840 Hochegg
Tel.: +43-(0)2644-6300-21210
E-Mail: peter.schenk@hochegg.lknoe.at

 

(c) wildbild

Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht
Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde
Kepler Universitätsklinikum
Med Campus III.
Krankenhausstraße 9
4021 Linz / Austria
Tel.: +43 (0)5 7680 83 – 0
E-Mail: bernd.lamprecht@kepleruniklinikum.at

Rückfragen Presse

Urban & Schenk medical media consulting
Barbara Urban: +43 664/41 69 4 59, barbara.urban@medical-media-consulting.at
Mag. Harald Schenk: +43 664/160 75 99, harald.schenk@medical-media-consulting.at

 

[1] https://www.aerzteinitiative.at/RaucherpraevTgl1975-2015.pdf

[2] OECD (2019), Daily smokers (indicator). doi: 10.1787/1ff488c2-en (Accessed on 23 May 2019)

[3] OECD/EU (2016), Health at a Glance: Europe 2016: State of Health in the EU Cycle, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/9789264265592-en.

[4] https://www.tobaccocontrolscale.org/wp-content/uploads/2017/03/TCS-2016-in-Europe-COMPLETE-LoRes.pdf

Beatmung bei COPD

von der Präklinik bis zur außerklinischen Beatmung

Das Positionspapier wurde vom Arbeitskreis Beatmung und Intensivmedizin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie mit dem Ziel erstellt, die Besonderheiten der mechanischen Beatmung bei Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) zusammenzufassen.
Von der akuten respiratorischen Insuffizienz bis zur außerklinischen Beatmung werden die pathophysiologischen Grundlagen sowie die wesentlichen Unterschiede zur Beatmung bei anderer Indikation dargestellt.

Konsensus Beatmung bei COPD (PDF)

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