Österreichs Pneumolog*innen setzen im Kampf gegen Lungenkrankheiten auf Vernetzung
Die Weltgesundheitsorganisation WHO rückt heuer die Lungengesundheit ins Zentrum ihrer globalen Aktivitäten. Drei der fünf häufigsten Todesursachen zählen zu den Lungenerkrankungen: COPD, Lungenentzündung und Lungenkrebs. Allein in Europa sind über 80 Mio. Menschen von chronischen Atemwegserkrankungen betroffen.
Um den vielfältigen Herausforderungen für die Lungengesundheit effektiv begegnen zu können, ist eine Vernetzung der Pneumologie mit anderen Disziplinen, Professionen und Institutionen von größter Wichtigkeit.
„Lunge vernetzt“ lautet daher auch das Motto der diesjährigen Jahrestagung der ÖGP, die von 16. bis 18. Oktober im Design Center in Linz stattfinden wird und an der sich rund 1.000 Expert*innen aus dem In- und Ausland über Themen der Lungengesundheit austauschen werden.
„Vernetzung wird immer wichtiger und geht in immer mehr Bereiche. Ein wichtiger Punkt ist interdisziplinäre Vernetzung. Dies ist mit auch der Grund, warum wir die Jahrestagung bereits zum 9. Mal in bewährter Weise gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (OGTC) abhalten“, erläutert ÖGP- und Kongresspräsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernd Lamprecht.
Aber auch die interprofessionelle Vernetzung und Zusammenarbeit sind Lamprecht, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, Kepler Universitätsklinikum, wichtig: „Die Zusammenarbeit z.B. mit dem Pflegebereich, mit Physiotherapeut*innen oder Biomedizinischen Analytiker*innen und Psycholog*innen wird seit Jahren von der ÖGP aktiv gelebt und spiegelt sich im Programm der Jahrestagung wider.“
Das geplante LungenGesundheitsVorsorgeProgramm, ein Kernthema am Kongress, verdeutlicht, wie wichtig Vernetzung gerade beim Thema Lungengesundheit ist.
Lamprecht: „Im Zuge eines Lungenkrebsscreenings ist nicht nur die Zusammenarbeit von Pneumolog*innen, Radiolog*innen, Thoraxchirurg*innen und Onkolog*innen gefragt. Die während eines Screenings erhobenen CT-Befunde können auch andere Erkrankungen im Brustraum, z.B. der Schilddrüse, der Herzkranzgefäße etc. als Nebenbefunde an den Tag bringen und hier muss ebenfalls eng mit den entsprechenden Fachdisziplinen kollaboriert werden.“
Ein weiteres Beispiel ist der Bereich der schlafbezogenen Atmungsstörungen, Stichwort Schnarchen und obstruktive Schlafapnoe, wo gerade neue therapeutische Ansätze aufhorchen lassen. Hier ist wiederum die Vernetzung mit dem HNO-Bereich, der Neurologie, aber auch der Inneren Medizin und spezialisierten Schlafmediziner*innen wichtig.
Vernetzt auf vielen Ebenen
Seit jeher ist der ÖGP die wissenschaftliche Vernetzung ein großes Anliegen, national und international. Aber auch zwischen alt, sprich erfahrenen Expert*innen, und jung, sprich Jungmediziner*innen und Studierenden. Und zwischen Wissenschaft und Praxis – was sich auch in den zahlreichen „Hands on-Kursen“, (interdisziplinären) Workshops und Fallbesprechungen im Kongressprogramm zeigt.
„Lunge vernetzt“ steht aber auch für die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Institutionen und Einrichtungen. ÖGP-Generalsekretärin Prim.a Univ.-Prof.in Dr. in Judith Löffler-Ragg: „Die ÖGP ist vergangenes Jahr eine Vernetzung mit der International Respiratory Coalition, IRC, eingegangen (in Österreich: ARC , Austria Respiratory Coalition). Dadurch soll der Austausch von Wissen, Fakten und Methoden auf europaweiter Ebene gefördert und für die Interessen rund um Lungengesundheit wirksam vertreten werden. Selbsthilfeorganisationen sind hier maßgeblich eingebunden.
Vernetzung mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern steht bei einer wissenschaftlichen Sitzung der ARC zur Frage, welchen Beitrag Impfungen auf eine Reduktion der Lungenerkrankungs-assoziierten Sterblichkeit haben, im Fokus. Löffler-Ragg: „Schwere Atemwegsinfektionen sind mit bis zu 80 000 Patient*innen pro Jahr eine häufige Ursache für Krankenhauseinweisungen. Präventive Impfungen retten Leben. Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen sind hier besonders gefährdet. Daher wäre ein vereinheitlichtes Konzept zur flächendeckenden Kostenübernahme für chronisch Lungenkranke mehr als begrüßenswert. Es gilt also, gemeinsam mit Vertreter*innen der ÖGK effektive und kostengünstige Lösungen zu finden und auszuarbeiten.“
Komplexe Herausforderungen brauchen vernetzte Lösungen
Abschließend fasst ÖGP- und Tagungspräsident Lamprecht zusammen: „Für die Bewältigung von Herausforderungen, wie Belastungen aufgrund der Klimaveränderung und des demografischen Wandels, sowie das Nützen von Chancen, wie bei der Etablierung eines Vorsorge-Programms für die Lungengesundheit, ist Vernetzung enorm wichtig. Der Kongress im Design Center in Linz gibt den Rahmen für eine intensive fächer- und berufsübergreifende Vernetzung und einen Erfahrungsaustausch über das breite Themenspektrum der Pneumologie. Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen, an unserem Kongress in Design Center Linz teilzunehmen.“

Kontakt
Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernd Lamprecht
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie
Kepler Universitätsklinikum
Med Campus III.
Krankenhausstraße 9
4021 Linz
Tel.: +43 (0)5 7680 83 – 0

Kontakt
Prim.a a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Judith Löffler-Ragg
Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Leiterin Abteilung Pneumologie LKH Hochzirl-Natters
In der Stille 20
6161 Natters
Medizinische Universität Innsbruck / Innere Medizin II
Anichstr. 35
6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 504-86744
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