Kinder-Lungenfacharzt Ernst Eber neuer Präsident der österreichischen Lungenspezialisten

Wechsel an der Spitze der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie

Im Rahmen der Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) wurde der Grazer Forscher und Klinikvorstand Prim. Univ. Prof. Dr. Ernst Eber zum neuen ÖGP-Präsidenten gewählt. Prof. Eber ist Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde und der Klinischen Abteilung für pädiatrische Pulmonologie und Allergologie und des CF-Zentrums an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz. Der langjährige ÖGP-Generalsekretär, Prim. Priv. Doz. Dr. Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde des Kepler Universitätsklinikums Linz und seit 1. Oktober auch Vizedekan für Lehre der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz, bleibt für weitere zwei Jahre im Amt. Als Vizepräsident wurde Priv. Doz. Dr. Gabor Kovacs, Klinische Abteilung für Pulmologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, LKH-Universitätsklinikum Graz, bestellt.

Univ. Prof. Dr. Ernst Eber, der das Amt des Präsidenten der Fachgesellschaft der österreichischen Lungenfachärzte die nächsten zwei Jahre bekleiden wird, studierte an der Karl-Franzens-Universität Graz, wo er auch seine Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde absolvierte. Zusätzlich zu seiner klinischen Tätigkeit als pädiatrischer Pneumologe und Allergologe ist Eber mit mehr als 500 Veröffentlichungen wissenschaftlich sehr aktiv. Neben einer Reihe von österreichischen Auszeichnungen erhielt er zweimal den Preis der British Medical Association und wurde für seinen bedeutenden Beitrag zu zahlreichen Bildungsinitiativen auf dem Gebiet der Lungenheilkunde mit dem ERS Teaching Award 2019 der European Respiratory Society (ERS) ausgezeichnet. Eber war, neben diversen anderen Funktionen in der ERS, von 2011 bis 2014 auch Leiter des Paediatric Assembly der ERS und ist Fellow der ERS und der American Thoracic Society.

Ein „Exot“ unter Pneumologen
Die Faszination an der – eher seltenen – Kombination Pneumologie und Pädiatrie liegt für Eber, der sich während und nach seiner Facharztausbildung auch auf Intensivmedizin und Neonatologie spezialisiert hat, unter anderem darin, dass: „…die Pneumologie bereits in der vorgeburtlichen Zeit von Bedeutung ist, da in dieser Phase schon die Weichen für Lungenerkrankungen gestellt werden. Die Wurzeln vieler pneumologischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Asthma oder COPD, reichen bis weit in die Kindheit zurück, teilweise eben schon in die vorgeburtliche Zeit. Und ganz allgemein: Die Lungengesundheit des Kindes hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit des Erwachsenen.“

Begeisterung für das „Zukunftsfach Pneumologie“
An der Pneumologie fasziniert Eber die enorme Bandbreite – von der Prävention bis zur Rehabilitation, von den „Kernthemen“ wie Asthma, Allergien und COPD über das weite Gebiet der Infektiologie, seltene Lungenerkrankungen (interstitielle Lungenerkrankungen) und Lungenfehlbildungen (kongenitale Fehlbildungen) bis hin zur Intensivmedizin und Onkologie, wo die Fortschritte enorm seien. Genauso wie in der Diagnostik, wo innovative interventionelle Methoden wie die navigationsunterstützte Bronchoskopie (Lungenspiegelung) sogar zu Eingriffen an Lungen-Tumoren eingesetzt werden können. Oder auch die Implantation von Ventilen in die Lunge, um die quälenden Symptome bei COPD und anderen Lungenerkrankungen zu lindern.
Eber: „Lunge und Atemwege sind das Organsystem, mit dem wir mit jedem Atemzug mit unserer Umwelt in Kontakt treten. Dadurch sehen wir am ‚Umweltorgan Lunge‘ gleichsam auch die ‚Lebensgeschichten‘ der Patienten. Aber auch Veränderungen in der Umwelt: Durch schadstoff- oder auch klimabedingte Umweltbelastungen konnten wir zum Beispiel eine Zunahme an Luftwegserkrankungen beobachten. Und auch aufgrund der demografischen Entwicklung – die Bevölkerung wird immer älter – werden wir zunehmend mehr Lungenfachärzte benötigen, um die steigende Zahl an Patienten bestmöglich versorgen zu können.“

Ziele der Präsidentschaft
Einen Schwerpunkt seiner Präsidentschaft will Eber auf das Thema Prävention setzen. Dabei gehe es ganz konkret auch um das Impfverhalten der Österreicher, denn eine zunehmend feststellbare Impfmüdigkeit führe zum vermehrten Auftreten vermeidbarer Infektionskrankheiten wie Keuchhusten, Grippe und durch Pneumokokken bedingte Lungenentzündungen. Hier gelte es, das Bewusstsein zu schärfen und Verhaltensänderungen herbeizuführen. Unter dem Stichwort Prävention wird sich die ÖGP aber auch für die Vermeidung von Feinstaub, vor allem ganz massiv für den Schutz vor Passivrauch stark machen. „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Kinder, die vor der Geburt und während ihrer Kindheit Passivrauch ausgesetzt sind, haben ihr Leben lang gesundheitlich ‚schlechtere Karten‘“, betont Eber.Wichtig ist Eber auch der Ausbau der Kooperation der Pneumologie mit anderen Fächern wie der Pädiatrie, der Thoraxchirurgie und der Intensivmedizin im Sinne einer hochwertigen interdisziplinären Versorgung der Patienten.Einen weiteren Fokus will Eber auf die Fort- und Weiterbildung legen: „Zusammenarbeit funktioniert erfahrungsgemäß dann besonders gut, wenn alle Beteiligten umfassend ausgebildet sind und auch über den Tellerrand blicken können – sprich auch Einblick in die ‚Nachbargebiete‘ haben. Daher sind die Fortbildungsformate der ÖGP und die ÖGP-Jahrestagung oft interdisziplinär und interprofessionell ausgerichtet.“Und last but not least will Eber während seiner Präsidentschaft „sein Kernfach“ verstärkt einbringen: Themen der Lungengesundheit bei Kindern und Jugendlichen.Eber: „Mein herzlicher Dank gilt Past-Präsident Univ. Prof. Dr. Peter Schenk und dem gesamten ÖGP-Team und ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit dem langjährigen und erfahrenen Generalsekretär der ÖGP, Priv. Doz. Dr. Bernd Lamprecht, und dem neuen Vizepräsidenten Priv. Doz. Dr. Gabor Kovacs.

Eber (c)ÖGP

Kovacs (c)ÖGP

Lamprecht (c)wildbild

 

 

 

 

 

 

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.

Kontakt

Prim. Univ. Prof. Dr. Ernst Eber
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Vorstand der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde und Leiter der Klinischen Abteilung für pädiatrische Pulmonologie und Allergologie und des CF-Zentrums an der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz
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Auenbruggerplatz 34/2
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