Lungengesundheit: „Überflieger“ oder „Bruchpilot“?

LEAD-Study: Menschen mit „supranormaler“ Lungenfunktion altern gesünder

Im Rahmen der 45. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) vom 6.-8. Oktober wurden neue, höchst aufschlussreiche Erkenntnisse der österreichischen LEAD-Studie präsentiert und sich daraus ergebende weitere Forschungsansätze diskutiert.

So haben nun vorliegende Ergebnisse gezeigt, dass die Ausprägung der Skelettmuskulatur im Kindesalter eng mit der Lungenfunktion zusammenhängen dürfte. Dieser Zusammenhang hat wiederum einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheit im Erwachsenenalter und sogar auf die Lebenserwartung. Und auch die Ernährung scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Von richtungsweisender Bedeutung sind diese Erkenntnisse vor allem deswegen, weil das Verständnis der biologischen Grundlagen verschiedener Lungenfunktionsverläufe neue Möglichkeiten für die Entwicklung von gezielten Präventions- und frühzeitigen Interventionsmaßnahmen eröffnet.

Fly high or start low

Auch eine Netzwerkanalyse in der LEAD-Study zeigt, dass die schädlichen Einflussfaktoren über den Verlauf der Zeit interagieren und vermutlich akkumulieren. Insgesamt deuten diese Beobachtungen darauf hin, dass die spirometrische Messung der Lungenfunktion ein globaler Gesundheitsmarker sein kann. Denn, so Agusti: „Wir sehen, dass eine erniedrigte Lungenfunktion auch mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit für kardiale und metabolische Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, sowie einer früheren Mortalität assoziiert ist; wir sehen aber auch, dass eine besonders gute Lungenfunktion mit einem längeren, gesünderen Leben korreliert!“

Darüber hinaus betonte Agusti: „Das Verständnis der biologischen Grundlagen verschiedener Lungenfunktionsverläufe kann uns neue Möglichkeiten für die Entwicklung von gezielten Maßnahmen zur Prävention und für frühere und wirksamere Behandlungen der COPD und damit der dritthäufigsten Todesursache weltweit (WHO 2019) eröffnen.“ Um diese Ziele zu erreichen, wurde auch die paneuropäische Forschungskooperation CADSET[5] zur holistischen Betrachtung der Krankheitsentwicklung ins Leben gerufen, die eng mit der österreichischen LEAD-Studie kooperiert.

45. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
6.-8. Oktober 2021, VIRTUELL

Session: „Fly high or start low – influences on lung function trajectories“
Freitag, 8.
Okt., 16:30 – 17:30 Uhr

Infos zum Kongressprogramm: www.ogp-kongress.at

Anmeldung: https://www.ogp-kongress.at/anmeldung-zur-virtuellen-tagung

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen für sämtliche Geschlechter.

Laufend aktualisierte Pressetexte zum Kongress:
www.medical-media-consulting.at/pressroom

Video-Aufzeichnung der virtuellen Pressekonferenz vom 5.10.2021:
https://youtu.be/M1-hFWe05BE

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[1] https://lunghealth.lbg.ac.at/

[2] LEAD – Lung, hEart, sociAl, body – www.leadstudy.at); die Studie startete 2012; 2017 begann die
4-Jahres-Nachuntersuchung (Phase II), die 8-Jahres-Nachuntersuchung startete heuer (Phase III).

[3] Wie z.B. Spirometrie, Bodyplethysmographie, kardiovaskulärer Status, Knochendichte mittels DXA-Scan, Körperkomposition

[4] In der LEAD-Study werden auch Faktoren erhoben wie Ausbildung, Einkommen, vorgeburtliche und familiäre Anamnese, Lebensstil sowie die jeweilige Feinstaubbelastung.

[5] CADSET – Chronic Airway DiSease Early sTratification; www.cadset.org